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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Tagespolitik
Mangojerry Offline

500PS

Beiträge: 6.438

11.08.2006 02:31
REPORTAGE: Flugzeuge sollten in der Luft gesprengt werden Zitat · antworten

London (AFP) -

Die Briten sind allgemein für ihre Gelassenheit und Unerschrockenheit bekannt, doch was sie am Donnerstag in Sondersendungen aus Radio und Fernsehen erfuhren, schockte auch die Hartgesottensten: Der britische Geheimdienst hat womöglich die größte Terrorattacke seit dem 11. September 2001 vereitelt. Nicht näher beschriebene "Verschwörer" wollten laut Scotland Yard mehrere Flugzeuge auf dem Weg vom Königreich in die USA in die Luft sprengen. Sie planten nach Polizeiangaben einen "Massenmord unvorstellbaren Ausmaßes".

"Wir sind zufrieden, dass wir einen Plan von Terroristen vereiteln konnten, die unzählige Tote und massenhafte Zerstörung erreichen und - um es ganz klar zu sagen - Massenmord begehen wollten", sagte Paul Stephenson von der Londoner Polizei. Genutzt werden sollte dafür nach Erkenntnissen der Ermittler im Handgepäck transportierter Flüssigsprengstoff, weshalb sofort alles Handgepäck für Flüge verboten wurde. Zudem wurden in ganz Großbritannien unzählige Verbindungen annulliert, auf den Airports brach binnen kürzester Zeit Chaos aus.
Nach den neuen Sicherheitsvorkehrungen muss jeder Passagier sein Gepäck in einer durchsichtigen Plastiktüte tragen. Kontaktlinsen sind erlaubt, jedoch nicht die Reinigungsflüssigkeit dafür. Wer mit Kleinkind reist, muss für den Flug mitgebrachte Babymilch vor den Augen der Sicherheitsbeamten verkosten. "Man hat mir ein Stück Papier in die Hand gedrückt, auf dem stand, dass eigentlich gar nichts mit an Bord genommen werden darf", wunderte sich der Reisende Joe Lynam am Flughafen London-Gatwick.
Doch nicht nur auf den Flughäfen gelten seit Donnerstagmorgen strengere Vorschriften. Für ganz Großbritannien wurde die "kritische Sicherheitsstufe" ausgerufen - die höchste, die es gibt. Sie ist so definiert, dass "eine Attacke unmittelbar droht und ein extrem hohes Gefahrenniveau besteht".
Bei den Briten weckte dies sofort die Erinnerung an die Anschläge vom 7. Juli 2005. Damals hatten vier Selbstmordattentäter mit ihren selbst gebauten Bomben 52 Menschen mit in den Tod gerissen und hunderte verletzt; noch immer rätselt Scotland Yard über die Ursachen der Radikalisierung der Täter. Es gab nach aktuellem Ermittlungsstand keine Komplizen, kein "Terrornetzwerk" und auch keinen Einfluss irgendeines extremistischen Imams.
Und Scotland Yard lieferte statt schlüssiger Erklärungen zwei schwere Pannen im Kampf gegen den Terrorismus: Gut zwei Wochen nach den Anschlägen erschoss eine Eliteeinheit den völlig unschuldigen Brasilianer Jean Charles de Menezes. Und Anfang Juni wurde auf der Jagd nach einer angeblichen "schmutzigen Bombe" ein Unschuldiger verletzt - Spuren einer wie auch immer gearteten Bombe fanden sich nicht.
Grund für die fehlgeschlagene Großrazzia war damals wohl, dass Scotland Yard offenbar einer Fehlinformation aufsaß: Der Hinweis auf die angebliche Bombenwerkstatt kam Berichten zufolge von einem einzigen Informanten, der einen Intelligenzquotienten von 69 aufweist. Ganz Großbritannien lästerte daraufhin heimlich über die eigene Polizei - nun ist allen das Lachen im Halse stecken geblieben.
Dem jetzt aufgedeckten Komplott war der Geheimdienst nach Informationen der BBC schon seit Monaten auf der Spur, am Donnerstagmorgen schlug die Polizei zu: 21 Verdächtige wurden festgenommen. Unter ihnen seien auch die mutmaßlichen Drahtzieher, erklärte Innenminister John Reid. "Wären die Pläne verwirklicht worden, dann wäre eine bisher noch nicht dagewesene Zahl unschuldiger Zivilisten getötet worden." Reid hatte in der Nacht die Krisensitzungen des Notfallkomitees des Kabinetts geleitet - Großbritanniens selbst ernannter oberster Terroristen-Jäger Tony Blair hatte sich zum Badeurlaub auf Barbados verabschiedet.
Viele Briten machen Blair und seine unverbrüchliche Treue zu den USA, unter anderem im Irak-Krieg, dafür verantwortlich, dass ihr Land ins Visier von Terroristen geraten ist. Doch davon will der Premierminister bislang nichts wissen, obgleich er unablässig vor möglichen neuen Anschlägen warnte und zur Wachsamkeit aufrief. Nun musste er es anderen überlassen, die erfolgreiche Aufdeckung des Komplotts zu verkünden. Aber natürlich, so versicherte seine Sprecherin, "ist der Regierungschef immer auf der Höhe der Ereignisse". Ob Blair seinen Urlaub abbrechen und zurückkommen wolle, ließ die Sprecherin offenbar aus Sicherheitsgründen offen.
10.08.2006 13:15 Uhr


"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Mangojerry Offline

500PS

Beiträge: 6.438

11.08.2006 02:42
#2 Verhinderte Anschläge seit dem 11. September 2001 Zitat · antworten

London (AFP) -

Britische Fahnder haben nach eigenen Angaben einen der verheerendsten Terroranschläge seit dem 11. September 2001 verhindert. Seit der damaligen Anschlagsserie mit entführten Flugzeugen waren weltweit eine Reihe von Terrorkomplotts aufgedeckt worden. AFP dokumentiert die wichtigsten:

- 7. Juli 2006: Die US-Bundespolizei FBI enthüllt, sie habe einen Anschlag des Terror-Netzwerks El Kaida auf den Holland-Tunnel, einen der wichtigsten Verkehrsadern New Yorks, vereitelt.

- Juni 2006: Das US-Heimatschutzministerium berichtet von mehreren aufgedeckten Anschlagsplänen der El Kaida im Jahr 2003. Unter anderem wollte das Terrornetz am Londoner Flughafen Heathrow mehrere Maschinen in seine Gewalt bringen und in den Airport sowie in das Londoner Geschäftsviertel Canary Wharf stürzen lassen. Im Mai sollte ein mit Sprengstoff beladenes Flugzeug in das US-Konsulat der pakistanischen Stadt Karachi fliegen. Im Sommer 2003 wollte El Kaida demnach Sprengstoff in Fotoapparaten und anderen Gepäckstücken in mehrere Maschinen schmuggeln und diese dann für Anschläge an der US-Ostküste, in Großbritannien, Italien und Australien nutzen.

- 9. Februar 2006: Laut US-Präsident George W. Bush sollten nur wenige Monate nach dem Anschlag auf das World Trade Center entführte Passagiermaschinen in den höchsten Wolkenkratzer von Los Angeles fliegen.

- Oktober 2005: Das Weiße Haus berichtet von einer Serie vereitelter Anschläge seit dem 11. September, darunter gegen mehrere britische Städte im Frühling 2004, gegen mehrere Ziele im pakistanischen Karachi im Frühling 2003, gegen Ziele an der Westküste der USA Mitte 2002 - an der Planung soll mindestens einer der Drahtzieher des 11. September beteiligt gewesen sein - gegen mehrere Gebäude in den USA im Mai 2002, mit einer radioaktiv verseuchten "schmutzigen Bombe" im selben Monat sowie gegen Schiffe im Persischen Golf und der Meerenge von Hormus 2002 und 2003.

- 30. März 2004: Die Polizei verhaftet sieben Briten, die im Verdacht stehen, Anschläge auf eine größere Diskothek in London sowie auf weitere Ziele in Großbritannien vorbereitet zu haben.

- 22. Dezember 2001: Besatzung und Passagiere einer Boeing der American Airlines auf dem Weg von Paris nach Miami gelingt es, den britischen "Turnschuh-Bomber" Richard Reid zu überwältigen, bevor er den in seinen Sneakers versteckten Sprengstoff zünden kann.

10.08.2006 16:02 Uhr


"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Rauschkugel Offline

Wordup

Beiträge: 305

11.08.2006 23:01
#3 RE: Verhinderte Anschläge seit dem 11. September 2001 Zitat · antworten

Wenn wir es nicht schaffen und daran glaube ich bei unserer nur auf Bereicherung eingestellten Welt nicht, uns trotz unterschiedlichen Religionen zu vertragen und zu respektieren wird sich der 11.9.2001 wiederholen, öfter noch, in der ein oder anderen Form.Da bin ich mir leider sicher.
VIVA ITALIA!

Mangojerry Offline

500PS

Beiträge: 6.438

12.08.2006 00:14
#4 Spur der geplanten Flugzeuganschläge weist nach Pakistan Zitat · antworten

London (AFP) -

Einen Tag nach der Aufdeckung geplanter Anschläge auf mehrere Passagierflugzeuge in Großbritannien haben sich die Hinweise auf eine Verbindung der Terrorplaner mit Pakistan verstärkt. Der britische Innenminister John Reid lobte besonders die pakistanischen Behörden für ihre Hilfe. Laut einem Zeitungsbericht schlug die britische Polizei am Donnerstag zu, nachdem sie aus Pakistan den Marschbefehl an die Attentäter abgefangen hatte. Die Bank of England veröffentlichte die Namen von 19 der 24 festgenommenen Verdächtigen und fror ihre Konten ein.

Die Polizeiaktion vom Donnerstag war Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen den britischen und pakistanischen Geheimdiensten. Ein ranghoher Regierungsbeamter in Islamabad sagte, insgesamt seien in der vergangenen Woche sieben Männer festgenommen worden. Darunter seien zwei Briten pakistanischer Herkunft, die als Schlüsselfiguren der Verschwörung gelten. Das Außenministerium in Islamabad gab bekannt, dass ein in Pakistan festgenommener britischer Staatsbürger mit mutmaßlichen El-Kaida-Kontakten einer der Hauptverdächtigen sei.
Die britische Zeitung "The Independent" berichtete, die Polizei habe ihre Razzia gestartet, nachdem klar geworden war, dass die potenziellen Attentäter binnen 48 Stunden zuschlagen konnten. Im "Guardian" hieß es unter Berufung auf einen Regierungsmitarbeiter, die Aktion sei ausgelöst worden, nachdem die potenziellen Attentäter grünes Licht aus Pakistan erhalten hätten.
Nach fünf Verdächtigen werde noch gefahndet, berichtete der US-Fernsehsender ABC unter Berufung auf pakistanische Beamte. Darunter soll auch der Kopf der Gruppe sein. Es handele sich um den 29-jährigen Matiur Rehman, der der Terrororganisation El Kaida angehören soll und mehrere Anschlagsversuche auf den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf verdächtigt werde.

Mehrere britische Zeitungen berichteten, die Attentäter hätten drei Anschlagswellen geplant. Dabei hätten jede Stunde an Bord von drei Flugzeugen gleichzeitig die Bomben explodieren sollen. Nicht klar sei, ob die Passagiermaschinen über britischem Gebiet, über dem Atlantik oder bei Ankunft in den USA hätten gesprengt werden sollen.

Die Bank of England sperrte die Konten von 19 Verdächtigen. Es handelt sich dabei ausschließlich um Briten. Zwei der Verdächtigen hätten ihre westlichen Namen abgelegt, nachdem sie zum Islam konvertiert seien. Die meisten der 17 bis 35 Jahre alten Männer sind demnach Moslems mit Verbindung in den südasiatischen Raum.

11.08.2006 18:46 Uhr


"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

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