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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 1.517 mal aufgerufen
 ALI KHAN drums
Ali Khan Offline




Beiträge: 798

18.10.2005 11:37
35 years of Rockdrumming Zitat · antworten


Theater im Schlachthof/München
mit The Bad Taste

Jazzy Offline

Wordup


Beiträge: 148

18.10.2005 14:16
#2 RE: 35 years of Rockdrumming Zitat · antworten
Da hab ich auch noch was ;)

ARNOLD S. Offline

Mitglieder

Beiträge: 2

18.10.2005 14:53
#3 RE: 35 years of Rockdrumming Zitat · antworten

wo war denn des? danke

Jazzy Offline

Wordup


Beiträge: 148

18.10.2005 19:52
#4 RE: 35 years of Rockdrumming Zitat · antworten

02.06.05 - Schlachthof München :)

1976! ( Gast )
Beiträge:

20.10.2005 08:16
#5 RE: 35 years of Rockdrumming Zitat · antworten

Discographie:
"High in Spirits"

Beitrag:
Mit Beiträgen von: Marco Jacoby, Jürgen Hornschuh, Harald Kaltenecker, Christian SchneiderBiografie

Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern. Es war Spätherbst 1976, die Tage wurden kürzer, das Abendlicht kälter, als ich in einem mit Kerzen beleuchteten Zimmer saß. An einem runden Holztisch mit zwei oder drei Leuten bestaunten wir dieses außergewöhnliche Plattencover. Eine Puppe mit einem tränenden Auge, die kräftigen Farben und all die anderen Feinheiten zogen mich haltlos in eine andere Welt. Eine zeitlang verweilte ich an diesem Ort, an dem es mir leicht fiel, die innere Uhr zu vergessen. Als ich wieder in die Realität zurückkehrte, fiel mir ein: da ist noch Musik drin. Neugierig waren wir natürlich alle, und beim ersten Reinhören schon begann eine musikalisch- magnetisierende Reise, die mich gut 25 Jahre später u.a. als Musikjournalist dazu bewogen hat, mehr über die Quelle dieser Musik zu erfahren und nachhaltig jedem Fan der deutschen Rockmusik näher zubringen. Die Geschichte der Formation "BULLFROG" begann 1973. Hans Rohm war Inhaber einer Münchener Kinokette und stellte für das Projekt "BULLFROG" die finanziellen Mittel sowie ein Wohnhaus in Niederbayern zur Verfügung. In dieser Zeit sicher ein äußerst ungewöhnlicher Schritt, denn von Sponsoren für die Musikbranche, vor allem die der deutschen Rockszene, welche noch in den Kinderschuhen steckte, konnte zu diesem Zeitpunkt nicht gesprochen werden. Eher abschätzig wurde damals, vor allem in den USA und in England, von "Krautrock" gesprochen.

Ali Khan-Halmatoglu, ein in der damaligen Münchner Musikszene sehr etablierter und anerkannter Schlagzeuger, späterer Ehemann der Sängerin und Kabarettistin Lisa Fitz, wurde beauftragt, die Band zusammenzustellen. Ali Khan-Halmatoglu erinnerte sich an Musiker, die er kannte, oder mit denen er in verschiedenen Bands zusammenspielte und für besonders geeignet hielt. Sehr schnell stand die "Kerntruppe" fest. Es waren Musiker mit bereits langjährigen musikalischen Erfahrungen: Sebastian Leitner(g), (geb.:17.06.1953 Freilassing), spielte seit 1967 in diversen Amateurgruppen und schließlich in der österreichischen Profigruppe "LAZARUS ROUND". Harald Kaltenecker(key), (geb.: 10.01.1950, München), war in zahlreichen Gruppen, unter anderem in der internationalen Beat & Soul Group "RIGHT TRACKS" und zuletzt bei der Münchner Gruppe "DREAM". Vincent Trost(b), (geb.: 17.06.1942, Stuttgart), war nicht nur aufgrund seines Alters der damals wohl erfahrenste Musiker. Zu Beginn der 70er Jahre tingelte Vincent Trost mit seiner damaligen Band "THE GERMAN FOUR" quer durch Deutschland und das angrenzende Ausland. Vor allem in den damals angesagten Clubtourneen war seine Band fester Bestandteil für jeden Musikfan. Bereits 1963, ein Jahr nach der Gründung des mittlerweile legendären "STARCLUB" in Hamburg, der ein Ballungszentrum für Spitzenklasse-Bands aus ganz Europa wurde, stand Vincent Trost mit seinen "GERMAN FOUR" auf den Bühnenbrettern, die auch für die "BEATLES" die Welt bedeuteten.
Nun wurde bundesweit noch ein Sänger gesucht. Zahlreiche Demobänder von Bewerbern lagen vor, dabei ragte eine Stimme besonders heraus. Es war Gerd Hoch(v), (geb.:16.02.1951, Freiburg) der Mann mit der Reibeisenstimme, der später ganz besonders den BULLFROG-Sound prägen sollte. Gerd Hoch war bis dato Sänger und Gitarrist bei "SOUND EDGE", u.a. spielte er damals mit dem Keyboarder ZEUS B. HELD, der sich später der Gruppe "BIRTH CONTROL" anschloss und diese sehr erfolgreiche Gruppe entscheidend prägte. Hier sollte nur an den Hit "GAMMA RAY" erinnert werden, der sogar noch heute in jeder besseren Musicbox zu finden ist.
Nun stand die Besetzung fest. Gerd Hoch - Vocals, Sebastian Leitner - Gitarre, Vincent Trost - Bass, Harald Kaltenecker - Keyboard, Ali Halmatoglu - Drums.

Zunächst nannte sich die Gruppe "BULLDOGG" und versuchte sich relativ erfolglos mit Auftritten quer durch Deutschland. Aufgrund von verschiedenen Vorstellungen kam es zu einem Split, vor allem vom Finanzier und Manager Hans Rohm und dem musikalischen Gründer der Gruppe, dem Drummer Ali Khan-Halmatoglu. Der Rest verstand sich musikalisch und menschlich außergewöhnlich gut und man war sich sofort darüber einig: " wir machen weiter ", auch ohne Gelder und ohne den Schlagzeuger Ali. Ein neuer Drummer und ein neues gemeinsames Wohndomizil musste nun gesucht werden. Aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen wollte man auch das Management der Gruppe selbst leiten. Beschlossen wurde, sich zentral in Deutschland niederzulassen, damit künftig gleiche Anfahrtswege für Auftritte im Norden oder Süden Deutschlands die Arbeit erleichtern sollten. Hier stand der Zufall Pate. Man erfuhr von der Gruppe "BIRTH CONTROL", dass sie ihr Wohnhaus bei Frankfurt aufgegeben hatten und diese Räumlichkeiten für "BULLDOGG" sehr geeignet waren. Schnell war alles unter Dach und Fach, man zog sofort in die neue gemeinsame Wohnung und damit in die Mitte Deutschlands. Umgehend war auch ein Schlagzeuger gefunden. Es war SEPPL NIEMAYER (dr), ( geb.: 24.06.1954, OSNABRÜCK), der sich ausgezeichnet in die Band einfügte.

Nun begann eine schwierige Tingelzeit für "BULLDOGG". Man spielte Rockmusik mit starken Blueseinflüssen, Clubs, kleine Hallen und Jugendzentren waren die Orte, an denen die Band mit Eigenkompositionen neue Akzente setzte. Der Überlebenskampf der Gruppe war hart, aber er schweißte die Musikergemeinschaft zusammen. Zu dieser Gemeinschaft zählte in jeder Hinsicht auch der gleichberechtigte Kern der Road-Crew. Es waren Andreas Glaubrecht, Sigi Nowak, Franz-Xaver, "Fitzge" Huber und nicht zu vergessen Elke Kerneder, die sich in vielen Bereichen auf unersetzliche Weise in die Gruppe einbrachten. Eine ständige Bühnenpräsenz und die damit verbundenen Schwierigkeiten ließen "BULLDOGG" zu einer immer professionelleren Heavyrock Band reifen. Mit anderen Worten: der Beat wurde härter, die Themen verbindlicher, die Arrangements ausgefeilter. Diese musikalische Entwicklung ging aber nicht mit den Interessen des Drummers Seppl Niemayer konform, der mehr in Richtung Rocktheater tendierte. 1975, etwa gegen Ende des Jahres, verließ er die Gruppe und wanderte zur Frankfurter Band "OCTOPUS" ab, spielte dann bei "FLATSCH", zusammen mit dem Sänger Gert Knebel, der später die Comedy Kultgruppe "BADESALZ" mit Henni Nachtsheim gründete.

Zu "BULLDOGG" stieß nun ein neuer Schlagzeuger, der Italiener Bruno Perosa. Er war erst kurze Zeit in Deutschland und trommelte zuvor bei der Mannheimer Formation "TRITONUS". Bruno Perosa bereicherte die Band mit neuen Einflüssen, unter anderem wegen der italienisch gesprochenen Texte. Er lebte gemeinsam mit den anderen Gruppenmitgliedern in der "Alten Dampfmolkerei" des 300-Seelenortes Burghardts. Zurückgezogen lebten Musiker und Techniker nun im ländlich gelegenen Vogelsberg. Die musikalische Gemeinschaft wurde bereits nach kurzer Zeit voll in das Dorfleben integriert. Ein Zustand, der für damalige Verhältnisse sehr ungewöhnlich war, der zeigte, wie gut es die Gruppe verstand, auch außerhalb der Bühne Menschen für sich zu gewinnen. Um neue Ideen und Kräfte für kommende Gigs zu tanken, zog man sich immer wieder an diesen idyllischen Ort zurück. Schließlich lag die neue Wahlheimat im Herzen Hessens und dort fühlten sich "BULLDOGG" mittlerweile zu Hause.

Nun war es an der Zeit für einen weiteren wichtigen Schritt, nämlich die Produktion einer LP und eine entsprechende Plattenfirma dafür zu interessieren. Auch hier kam "Kommissar Zufall" zu Hilfe. Nach einem Konzert wollte ein total begeisterter Fan unbedingt eine LP der Gruppe kaufen. Der Fan ließ nicht locker und konnte ebenso wenig akzeptieren, dass bisher noch kein veröffentlichter Tonträger von "BULLDOGG" auf dem Plattenmarkt erhältlich war. Er wunderte sich auch ein wenig, dass hierzu noch keine Aktivitäten unternommen wurden. Der finanziell gut ausgestattete Musikliebhaber erklärte sich spontan dazu bereit, Demobänder zu finanzieren (wörtl.: "egal was es kostet ..."), um damit die Plattenfirmen zu bemustern. Damit auch die Öffentlichkeit etwas über "BULLDOGG" erfahren konnte, wurde eine große Promotions-Kampagne gestartet.

Umgehend begab man sich in eines der damals führenden Tonstudios Deutschlands: "CONNY´s STUDIO" (Nähe Köln) und spielte dort vier Titel ein. Der Toningenieur Conny Plank war von der Gruppe sehr angetan und nur wenige Wochen später ergab es sich, dass der Chef der Plattenfirma "SKY-RECORDS" aus Hamburg, Günter Körber, mit dem Toningenieur im Gespräch war und dabei "BULLDOGG" empfohlen wurde. Der Labelchef Körber nahm Kontakt zur Gruppe auf und wurde zum nächst möglichen Konzert der Band bei Hamburg eingeladen. Die Formation überzeugte Günter Körber auch live. Man war sich schnell einig, dabei wurde ein Plattenvertrag zwischen SKY RECORDS und der Gruppe unterzeichnet und die erste LP konnte schon bald eingespielt werden.

Ein Vorschlag der Plattenfirma war, den Bandnamen zu ändern. Denn aufgrund der Tatsache, dass bereits weltweit zwei Bands mit dem Namen "BULLDOGG" (USA) und "BULLDOGG BREED" (UK) existierten, wollte man kein rechtliches Risiko oder die Gefahr einer Verwechslung eingehen. Ab sofort nannte sich die Gruppe "B U L L F R O G" und im Herbst 1976 erschien dann ihre erste Langspielplatte. Das äußere Erscheinungsbild dieser Veröffentlichung mit dem gleichnamigen Titel der Band "BULLFROG" fand bereits im Vorfeld große Beachtung. Das Plattencover dazu wurde durch den japanischen Maler und Künstler AOI FUJIMOTO aus Tokio gestaltet. Dieses phantasievolle Gemälde, ein geniales Kunstwerk, welches ein Mädchen mit einer Träne im Auge darstellt, war dann auch über viele Jahre ein heiß begehrtes TOURPLAKAT der Gruppe. Der Nachteil, vor allem für Veranstalter: viele Plakate hingen nicht lange, sondern landeten schnell in den Zimmern der Fans. Selbst für Musikuninteressierte war dieses Poster ein begehrtes Sammelobjekt.
Zum Debütalbum von "BULLFROG" wäre noch besonders erwähnenswert, dass bei einigen Titeln Jane Palmer(v), geb.:06.06.1952 und Ute Hellermann(v) die Band gesanglich verstärkten. Jane Palmer startete später eine Solokarriere und ging 1982 mit eigener Band auf Deutschlandtournee. Anschließend arbeitete sie u.a. mit Wolf Maahn und den Deserteuren zusammen.

Das erste Album von "BULLFROG" war sehr erfolgreich. Besonders bemerkenswert ist, dass diese LP in den USA große Anerkennung fand und parallel zur deutschen Veröffentlichung auch dort erschienen ist. "ANUIT COUPTIS" hieß die Plattenfirma, die sich nach kurzen Verhandlungen mit dem Produzenten Günter Körber die Plattenrechte sicherte und den Vertrieb in den USA übernahm. Die Tatsache, dass die Erstveröffentlichung einer deutschen Rockgruppe in Deutschland und gleichzeitig in den USA erscheint, war bis zu diesem Zeitpunkt einmalig. Nun zählte "BULLFROG" in Fachkreisen zu den aussichtsreichsten Newcomer-Formationen der deutschen Rockszene. Vor allem bei Live-Auftritten wurde mit melodisch-rhythmischer Rockmusik und einem mitreißenden Live-Act das Publikum begeistert. Auch optisch verstand es die Gruppe, mit Lichteffekten, Nebel, Blitzen und Bengalischen Feuern sein Publikum zu fesseln. Unvergesslich bleibt für jeden Konzertbesucher das berühmte Schlagzeugsolo und einem einzigartigem Lichtzauber.
Anfang 1978 erschien dann die zweite Langrille "HIGH IN SPIRITS" der fünf Profi-Rocker vom Main. Man merkte deutlich: die Gruppe hatte sich weiterentwickelt, am Erfolgsrezept der ersten Platte wurde jedoch festgehalten. Auch diesmal wurde das Plattencover vom japanischen Maler AOI FUJIMOTO gestaltet, nur der Produzent ROBERT T. WIMMER wurde hinzugezogen. Wieder ein starkes Album, besonders hervorzuheben ist hier der Song "BE YOURSELF", eine einfühlsame Ballade, bei der Sänger Gerd Hoch sein Whisky-Organ stimmlich zum Ausdruck brachte. Das Besondere an dieser Platte zeigt hörbar den Produktionsaufwand des Abschlusstitels "L.A. Police No.55". Der Song erzählt die Geschichte eines Bankraubes. Hierzu nahmen "BULLFROG" den komplett singenden Fußballverein von Hiltpoltstein (Bayern) ins Studio. Die Titel "Be yourself" und "Rollin´again" wurden dann schließlich als Single ausgekoppelt. Das Cover dazu dokumentiert erneut die Verbundenheit zu ihrer Wahlheimat. Die Vorderseite der Singlehülle zeigt "das Original", den Dorfschmied des Ortes Burkhards, der zusammen mit den Bullfrog Musikern eine Gitarre auf seinem Amboss bearbeitet.

Mittlerweile werden auch die Medien auf die Band aufmerksam. Rundfunk-Interviews folgten und auf Titelseiten der Print-Medien war die Gruppe zu finden. Beispielsweise überschrieb die Fachzeitschrift "SPOTLIGHT" sein Blatt im August 1978:"BULLFROG- die heißesten Katzen Deutschlands". Dabei wurde Sänger Gerd Hoch von Kritikern als "weltklasseverdächtig" gefeiert.
Im Herbst 1978 startete die Band eine weitere Konzertreise durch Deutschland. Das Konzert ihrer Herbsttournee wurde am 6. Dezember 1978 in der Dortmunder Westfalenhalle vom "ROCKPALAST" aufgezeichnet. Vor diesem TV-Auftritt kam es zu einem Musikerwechsel. Erstmals saß Achim Wielert am Schlagzeug, der zuvor bei "EPITAPH" und "BREAKFAST" trommelte. Anschließend folgten Tourneen, Festivals und Open-Air-Konzerte. "BULLFROG" zählte in Deutschland als die LIVE-Attraktion für alle Freunde des Heavy, aber auch differenzierter Rockmusik. Ursprünglich sollte die Tournee bis in die ersten Frühlingstage des kommenden Jahres anhalten, aber die Gruppe beschloss, eine schöpferische Pause einzulegen. Die Neuerscheinung "HIGH IN SPIRITS" schlug zur großen Überraschung vor allem in Portugal ein, dort fand sich die Scheibe in allen Plattenläden. Hierzulande tauchten "BULLFROG" erstmals mit "Be yourself" in den Hitparaden auf. Beste Platzierung beim SF-Stuttgart, noch vor "ABBA" und "PINK FLOYD" auf Platz drei. Nun gab es Umbesetzungen und Änderungen in der Band: Ali Halmatoglu, der Gründer der Gruppe, kehrte überraschend zu "BULLFROG" zurück und den Bass übernahm Robert "Topsy" Wimmer. Er geht dabei mit als Produzent der zweiten LP hervor.

In dieser Besetzung wurde dann 1979, die dritte LP "SECOND WIND" eingespielt. Diesmal im Tonstudio in Hiltpoltstein mit dem Toningenieur Manfred Neuner und Assistent Ralf Haupt. Folglich wechselte die Band die Plattenfirma. Sie unterschrieb bei "NASH RECORDS". Ihr Labelchef "DIETER MARX" schloss sich dem Musikverlag Wiehagen & Masuch an, auf dem später auch NENA erschien. Das damit dritte Album von BULLFROG, "SECOND WIND" wurde damals gleichzeitig in der Schweiz durch die dortige Plattenfirma "MUSIK-PROJEKT",im Vertrieb von "DISK-TRAID" in Zürich veröffentlicht. Außerdem wurde das Album speziell für die USA zugeschnitten. Mit dieser Produktion liebäugelten "BULLFROG", damit der Sprung über den großen Teich gelingen sollte. Daher war die Band auch nie bereit, zeitgemäß musikalische Modetrends, z.B. deutsche Texte, in ihrer Musik einzubinden. Man blieb konsequent dabei und TOM CONNERS, damals Manager der international erfolgreichen US-Band "MITCH RYDER" bezeichnete "BULLFROG" als eine der wenigen deutschen Gruppen, die den Durchbruch in Amerika erreichen kann.

1980 wurde dann erstmals im amerikanischen Sender AFN eine deutsche Band vorgestellt. "BULLFROG" wurden mit ihrer neuen LP "SECOND WIND" in einer 1-stündigen LIVE-Sendung mit Interview präsentiert. Die Resonanz war hervorragend. Während der Ausstrahlung gingen durchweg positive Anrufe beim Sender ein.
Nach ihrer Rückkehr aus den USA wurde erst mal eine Tourneepause eingelegt. So hatte man Zeit, über die Musik konstruktiv nachzudenken. Die Aufnahmen für die vierte LP waren in Vorbereitung, damit "BULLFROG" den langersehnten Durchbruch in den USA endgültig verbuchen sollten. Dazu kam es erneut zu einer Umbesetzung. Als zweite Stimme kam Tim Gainer aus Chicago und die Rhythmusgruppe bestand jetzt aus Norbert Nowak und Uwe Apfelbaum. In dieser letzten Formation mit Gerd Hoch(v), Tim Gainer(v), Sebastian Leitner(g), Harald Kaltenecker(key), Norbert Nowak(dr) und Uwe Apfelbaum(b) gingen "BULLFROG" wieder erfolgreich auf Tournee. Die vierte LP sollte gleich auf einem amerikanischen Label erscheinen. Um die Kontakte auszuweiten und weitere Vorbereitungen zu treffen, gingen Gitarrist Sebastian Leitner, die Sänger Tim Gainer und Gerd Hoch 1981 für etwa ein Jahr in die USA. In einem Studio in Chicago wurden die ersten Titel der vierten LP vorgefertigt und ein Video- Clip dazu gedreht. Wenig später kam es zu unvorhersehbaren Problemen in verschiedenen Richtungen. Ein Bruch, der zur Trennung führte war vorauszusehen und somit gingen die Mitglieder der Gruppe eigene Wege, ohne sich dabei aus den Augen zu verlieren.

Wie ein Schock wirkte dann für die Ex-Musiker von "BULLFROG" die Nachricht: Sänger Gerd Hoch beging im Juni 1995 völlig überraschend Selbstmord. In der Nähe von Basel besuchte er mit Freunden eine Diskothek. Der Sänger ging angeblich zur Toilette, kam aber nie mehr zurück. Gerd Hoch hatte sich von einem herannahenden Zug überrollen lassen.

Und hier endet zunächst die Geschichte der Formation "B U L L F R O G". Von 1973 bis 1981 vereinigte die Band Perfektion, echte Spielfreude, Humor, Ausgelassenheit und Disziplin in eleganter Weise. Sowohl im Studio als auch live spielten sie tatsächlich mit- und nicht nebeneinander.
Die Musiker kamen auf die Bühne, spielten die erste Nummer ein und mit einem Mal herrschte eine Bombenstimmung im Saal, die aus diesem Konzertbesuch ein unvergessliches Erlebnis machte. So konnte man "BULLFROG" nur vor Ort erleben. Penibel genau hörte jeder Musiker auf die Soli des anderen, antwortete dazu mit phantasievollen Linien, wodurch die gerade erzählte Geschichte in ein ganz anderes Licht getaucht wurde. Die Kunst des Heavyrock-Quintetts erfanden die Musiker vom Main zwar nicht neu, vielmehr schenkte diese Band dem Begriff "Krautrock" neue künstlerische Qualität.

Ein "Dankeschön" möchte ich an alle Personen richten, die mich bei meiner aufwendigen Recherche unterstützt haben. Da wäre zunächst der Verkehrsverein in Burkhards zu nennen. Ebenso herzlichen Dank an Elli Schmidt, die Inhaberin der Gaststätte "Zum Niddertal" in Burkhards. Ganz besonders aber geht mein Dank an Harald Kaltenecker mit dem ich in Kontakt stehe. Ohne Ihn wären die Hintergrund- informationen zu den verschiedenen Musikern niemals an die Öffentlichkeit gekommen.
Weitere Informationen, Fotos, Musikvideo und Eindrücke der vierten LP sind erhältlich.
[Marco Jacoby]

Es gilt eigentlich für alle Materialien dieses Lexikons, aber auf Bitte des Autors weisen wir nochmals darauf hin: Alle Artikel und Texte sind mit Copyright urheberrechtlich geschützt, jede Weiterverwendung, insbesondere der Abdruck oder die elektronische Abbildung ohne ausdrückliche Zustimmung des Autors, ist strafbar.

[Mit Beiträgen von: Marco Jacoby, Jürgen Hornschuh, Harald Kaltenecker, Christian Schneider]

© 1998, 2003 german rock e.v.

Gast
Beiträge:

21.03.2006 17:35
#6 RE: 35 years of Rockdrumming Zitat · antworten

[quote="Jazzy"]Da hab ich auch noch was ;) [img]http://jazzy.nmil-clan.de/picz/XXX_Schlachthof_05/0302-73.jpg[/img][/quote] damned....[smile2][smile2][smile2]

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