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 Tagespolitik
Mangojerry Offline

500PS

Beiträge: 6.438

28.07.2006 15:16
Einsamer Tod einer Komikerin Zitat · antworten

Elisabeth Volkmann stirbt mit 70 Jahren

München (ddp). Es muss ein einsamer Tod gewesen sein. Am Donnerstagabend wurde die Schauspielerin Elisabeth Volkmann von Polizisten und Feuerwehrmännern tot in ihrer Münchner Wohnung gefunden. Nach Polizeiangaben hatte eine Freundin der Komikerin die Rettungskräfte alarmiert, nachdem Volkmann mehrere Tage lang nicht erreichbar gewesen war. Der beliebte ``Klimbim´´-Star wurde 70 Jahre alt.
Volkmann studierte in ihrer Heimatstadt Essen an der renommierten Folkwang-Hochschule Schauspiel und Gesang. Ihren Traum von der Oper gab die Sopranistin mit den slawischen und irischen Wurzeln jedoch rasch auf und trat statt dessen an der Seite von Günter Strack in William Shakespeares ``Was ihr wollt´´ in Nürnberg auf.
Weit weniger anspruchsvolle Rollen übernahm sie ab Ende der 60er Jahre in rund 20 Soft-Sexfilmchen mit so eindeutigen Titeln wie ``Hausfrauenreport´´ und ``Alpenglühn im Dirndlrock´´.
Freizügig zeigte sich die Schauspielerin mit der feuerroten Lockenpracht auch in der erfolgreichen Slapstick-Serie ``Klimbim´´, mit der sie 1973 ihren Durchbruch schaffte. Als mannstolle Mutter Jolanthe prägte Volkmann an der Seite von Ingrid Steeger, Peer Augustinski und Horst Jüssen die bundesdeutsche Fernsehunterhaltung der 70er Jahre.
Nur die Ulknudel in Strapsen zu geben, war Volkmann aber nicht genug. Zwei Jahre vor dem Aus für ``Klimbim´´ war sie 1977 an der Seite von Heinz Rühmann und Mario Adorf in Michael Verhoevens Film ``Gefundenes Fressen´´ zu sehen. Unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder spielte sie Anfang der 80er Jahre in ``Lili Marleen´´, ``Lola´´ und ``Die Sehnsucht der Veronika Voss´´.
Seit den 90er Jahren ergatterte Volkmann nur noch selten eine Hauptrolle wie in Hape Kerkelings ``Kein Pardon´´, sondern trat vor allem als Gast in TV-Serien auf. Außerdem lieh sie in der kultigen US-Zeichentrickserie ``Die Simpsons´´ der Mutter Marge ihre knarzende Stimme und veröffentlichte das Album ``Soprano Infernale´´.
Ein großes Comeback versprach da 2003 eine Tournee zum 30-jährigen Jubiläum von ``Klimbim´´ mit der Originalbesetzung. Volkmann schlüpfte also erneut in Korsage, durchsichtigen Morgenmantel und entzückte das Publikum mit ihren immer noch sehenswerten Beinen.
Der Neuaufguss der Chaosfamilie erschien vielen Besuchern jedoch als verstaubt, die erwarteten Zuschauermassen blieben aus. Laut Medienberichten schoben sich hinter den Kulissen die Mitwirkenden die Schuld gegenseitig in die Schuhe, Volkmann fühlte sich als ``Schnullerbacke´´ statt ``Sexbombe´´ falsch vermarktet.
Zu dem beruflichen Misserfolg kam noch ein schwerer persönlicher Verlust hinzu. Anfang 2004 erlag der Ehemann der Schauspielerin, der Dresdner Senf-Fabrikant Eberhard Radisch, einer Krebserkrankung. Daraufhin zog sich Volkmann aus der Öffentlichkeit zurück. Sie müsse die Trauer über den Verlust allein mit sich ausmachen und verstecke sich zu Hause, sagte sie damals der Illustrierten ``Bunte´´.
Überhaupt scheint die Frau, die auf der Bühne und vor der Kamera vor Energie und Lebenslust nur so sprühte, privat ein ganz anderes Leben geführt zu haben. Sie sei ein ängstlicher Mensch, hatte Volkmann vor einigen Jahren in der ARD-Talkshow ``Beckmann´´ gestanden. Ihre Unsicherheit versuche sie durch Witz und Esprit zu kompensieren, um so ein wenig Liebe und Anerkennung zu erhalten.
Die Ursache für den Tod Volkmanns war zunächst unklar und sollte durch eine Obduktion geklärt werden. Laut der Polizei deutete zunächst nichts auf einen Selbstmord oder auf Fremdverschulden hin.
(ddp)
28.07.2006 12:33 Uhr


"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

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