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 BÖNNES Sportsnews
Mangojerry Offline

500PS

Beiträge: 6.438

08.10.2006 19:54
Alonso gewinnt nach Schumacher-Ausfall Zitat · antworten

Michael Schumachers Chancen auf den Gewinn seines achten WM-Titels sind nach dem Drama von Suzuka auf den Nullpunkt gesunken. Der Ferrari-Star schied beim Großen Preis von Japan 16 Runden vor dem Rennende in Führung liegend mit Motorschaden aus, während sein Rivale Fernando Alonso aus Spanien den 17. von 18 WM-Läufen gewann.

"Ich habe die Titelhoffnungen aufgegeben. Es sollte einfach nicht sein", sagte der Ferrari-Star, dem im WM-Finale 2006 am 22. Oktober in Sao Paulo nur noch ein Wunder helfen kann. Zehn Punkte liegt Schumacher in der Gesamtwertung hinter seinem großen Rivalen Alonso zurück. Dem Spanier fehlt nach dem Erfolg beim Großen Preis von Japan vor 161.000 Zuschauern nur noch ein Punkt zur erfolgreichen Titelverteidigung. Schumacher müsste in Brasilien auf jeden Fall gewinnen und dann darauf hoffen, dass der Renault-Rivale ausfällt oder bestensfalls Neunter wird - nur dann würde es für den 37-Jährigen im 250. Grand Prix noch das erhoffte Happyend geben.

"Es ist ein bisschen früh, alles zu realisieren"

Alonso wusste nach dem Wechselbad der Gefühle zunächst nicht, wie ihm geschah. "Es ist ein bisschen früh, alles zu realisieren", sagte der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte. Vorschnelle Glückwünsche wies er aber zurück, schließlich könne ihm in Brasilien das Gleiche passieren wie nun dem Rivalen, erzählte der Spanier. Der Ausfall Schumachers sei ein kleiner Ausgleich, nachdem er selbst in Ungarn, Monza und China mehrfach Pech hatte, sagte "Fernando I.", der die 10 Punkte deshalb gern "als kleines Geschenk" annahm.

Bis 16 Runden vor Schluss hatte Schumacher das Rennen in Suzuka klar angeführt, der achte WM-Titel schien zum Greifen nahe. Doch um 15.01 Uhr Ortszeit rollte der erfolgreichste Formel-1-Fahrer aller Zeiten in seinem roten Renner in eine weiße Rauchwolke gehüllt von der Strecke. "Als ich den Rauch sah, dachte ich erst, es sei ein Spyker. Das Auto sah orange aus, nicht rot", sagte der verdutzte Alonso: "Erst, als ich neben ihm war, habe ich gemerkt, dass es Michael ist. Dann habe ich so gemacht", sagte Alonso in der Pressekonferenz und zeigte nochmal die Siegerfaust.

Aber auch in einer der bittersten Stunden seiner einzigartigen Karriere zeigte Schumacher Größe. In der Ferrari-Garage angekommen, bedankte er sich per Handschlag bei allen seinen Mechanikern, einige nahm er tröstend in den Arm. Danach ging er zu seinen langjährigen Weggefährten Jean Todt und Ross Brawn an den Kommandostand, wurde getröstet und erhielt ein anerkennendes Schulterklopfen von "Superhirn" Brawn - große Gesten um einen großen Champion.

Nachdem er den ersten Schock verdaut hatte, fand Schumacher die Fassung schnell wieder. "Ich weiß, dass es nach dieser Saison keine Möglichkeit für mich mehr gibt. Ich habe alles versucht in diesem Jahr. Wir haben zusammen schon so viel erreicht, darauf dürfen wir stolz sein. Wenn das jetzt hier nicht klappt, geht die Welt nicht unter", sagte der Ausnahmekönner, der in 16 Jahren Formel 1 alle Höhen und Tiefen seines Sports erlebt hat.

Erster Motorschaden seit 112 Rennen

Nach seinem ersten Ausfall wegen eines Motorschadens seit 112 Rennen (Magny-Cours 2. Juli 2000) machte Schumacher niemandem einen Vorwurf: "Genau das Gegenteil ist der Fall. Bis zu dem Ausfall waren wir in Führung und hatten alles richtig gemacht."

Alonso fuhr nach Schumachers Ausfall seinen siebten Saisonsieg überlegen nach Hause, 16,1 Sekunden lag er vor Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien) auf Position zwei, Dritter wurde sein Teamkollege Giancarlo Fisichella (Italien). Schon vor der Zieldurchfahrt reckte Alonso die Faust nach oben, wenige Meter hinter dem Zielstrich fuhr er vor Freude zickzack. Nach der Ehrenrunde sprang er vom Renault, kletterte über ein Absperrgitter und führte einen wilden Tanz auf, bevor er seinen Mechanikern in die Arme hüpfte.

Seine Ausgangsposition sei natürlich jetzt viel besser. "Bei ausgeglichenen Punkten hätten wir Ferrari schlagen müssen. Das ist nie einfach. Jetzt brauche ich aber nur noch einen Punkt, aber dafür muss man das Rennen beenden. Manchmal ist das nicht der Fall, wegen technischer Probleme, eines Unfalls oder eines Drehers, der einen ins Kiesbett befördert", sagte Alonso.

25 Punkte Rückstand hatte Schumacher in den letzten dreieinhalb Monaten auf Alonso gutgemacht und vor einer Woche in China erstmals seit seinem Titelgewinn 2004 die WM-Führung übernommen. Ausgerechnet vor Suzuka, wo er 2000 seinen ersten Titel für Ferrari holte und 2003 gegen Kimi Räikkönen die Oberhand behielt, wo er insgesamt sechsmal das Rennen gewann. Doch diesmal gab es wieder eine Enttäuschung wie 1998, als er im letzten Rennen den Titel an Mika Häkkinen verlor.

In der Konstrukteurs-WM liegt Renault neun Punkte vor Ferrari (195:186). Ralf Schumacher belegte hinter Toyota-Teamkollege Jarno Trulli (Italien) Platz sieben. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld aus Mönchengladbach holte als Achter noch einen WM-Punkt. Nico Rosberg (Wiesbaden) landete im Williams auf Rang 10, Schumacher-Nachfolger Kimi Räikkönen (Finnland) wurde in seinem vorletzten Rennen für McLaren-Mercedes Fünfter.
08.10.2006 13:19 Uhr


"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Mangojerry Offline

500PS

Beiträge: 6.438

11.10.2006 12:06
#2  "Schumi" setzt Fokus auf Konstrukteurs-WM Zitat · antworten

Michael Schumacher ist ein Teamplayer. Auch wenn der Ferrari-Pilot den eigenen WM-Titel bereits abgeschrieben hat, stürzt sich der Formel-1-Rekordweltmeister in dieser Woche in die Testarbeit. Am Mittwoch und Donnerstag wird er für das Ferrari-Team in Jerez im Einsatz sein, um das Auto für das Saisonfinale am 22. Oktober in Brasilien vorzubereiten. Zum Abschluss seiner Karriere will Schumacher mit der "Scuderia" die Konstrukteurs-WM gewinnen.

"Geringe Chance" in Angriff nehmen

"In der Teamwertung haben wir jetzt neun Punkte Rückstand, aber dennoch einige, wenn auch geringe, Chancen. Diese werden wir nun in Angriff nehmen", ließ Schumacher am Montag auf seiner Homepage verlauten, nachdem er Suzuka bereits am Sonntagabend verlassen hatte.

Beim Großen Preis in Japan hatte ein Motorschaden den 37-Jährigen aus dem Rennen gerissen und wohl um alle Chancen auf seinen achten WM-Titel gebracht. Sein Konkurrent Fernando Alonso hat nach dem Sieg zehn Punkte Vorsprung. Nur falls der Spanier in Sao Paulo ausfällt oder maximal Neunter wird und Schumacher gewinnt, ist der Ferrari-Star Weltmeister. "Das ist nicht die Art, wie ich einen WM-Titel gewinnen möchte", meinte Schumacher am Montag.

Die Chance auf Schumachers siebten Konstrukteurstitel mit Ferrari stehen da etwas besser. Er und Teamkollege Felipe Massa (Brasilien) müssten einen Doppelsieg feiern, Renault dürfte mit Alonso und Giancarlo Fisichella (Italien) bestenfalls die Plätze drei und fünf belegen.

Alonso will kein Risiko eingehen

Zumindest im Fall von Alonso könnte das aber passieren, denn um den rechnerisch noch fehlenden letzten Punkt für den Fahrertitel zu holen, will der Spanier ganz auf Nummer sicher gehen. "Wir werden so konservativ wie möglich sein", sagte Alonso. Sein Brasilien-Motor werde "der zuverlässigste, aber nicht der schnellste" sein. Am Sonntag nach dem 15. GP-Sieg seiner Karriere hatte er vorzeitige Glückwünsche zur erfolgreichen Titelverteidigung mit den Worten zurückgewiesen: "Mir kann in Brasilien das Gleiche passieren wie Michael hier."

Wie schwierig es sein kann, im letzten Saisonrennen einen noch fehlenden Punkt zu holen, hatte 2003 Michael Schumacher erlebt. In Suzuka musste er von Startplatz 14 ins Rennen gehen und dort einige Schrecksekunden überstehen, bis am Ende doch der nötige achte Platz heraussprang. "Wir dürfen keine Fehler machen", sagte Alonso. Einen Ausfall des Asturiers wünscht sich Schumacher aber nicht: "Das ist nicht die Art, wie ich einen WM-Titel gewinnen möchte."

In der Ferrari-Heimat Italien wurde Schumacher nach dem ersten Motorschaden seit gut sechs Jahren getröstet. "Das schöne Märchen des alten Meisters, der die Formel 1 mit der achten Krone auf dem Kopf verlässt, geht in Japan zu Ende", titelte die Gazzetta dello Sport und befand: "Schumacher hätte es nicht verdient, auf derart gemeine Weise seine außerordentliche Karriere abzuschließen." Tuttosport lobte: "Er hat sich aber wie ein echter Kapitän verhalten, er ist ein wahrer Gentleman."

Lob für "Schumi" vom Team

Schumachers Reaktion hatte selbst seinen langjährigen Freund Jean Todt verblüfft. "Ich hätte Michael gern getröstet, doch er hat uns getröstet und das sagt viel über ihn", erzählte der Teamchef. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo tat Schumacher Leid, weil er ein perfektes Rennen bestritten habe: "Er hat wieder mal bewiesen, dass er der Beste und ein außerordentlicher Mensch ist", meinte Montezemolo, der die WM für "noch nicht beendet" erklärte: "Ferrari kann Niederlagen akzeptieren und daraus neue Motivation ziehen. Für uns ist die WM erst nach dem letzten Meter in Brasilien vorbei."
09.10.2006 13:02 Uhr


"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

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